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Endlich habe ich die Steuererklärung fertig, unterschrieben und weggebracht... ein riesiger Stein fiel mir gestern vom Herzen.
Bin dann auch mit wehenden Fahnen in meinen Geburtsvorbereitungskurs gefahren und hab dort nochmal die Zeit genossen. Meine Hebamme hatte mir bei unserem Kennenlernen schon gesagt, dass manche Frauen das genießen, ich dachte mir nur, dass so ein Hechelkurs wohl kaum zu genießen ist mit diesen ganzen jammernden Frauen. Aber wir haben wirklich eine sehr homogene Gruppe zusammen bekommen, das Gejammere hielt sich in Grenzen und es war wirklich ein Wissensaustausch, anstatt eine Hechelgruppe. Tatsächlich habe ich mich ertappt dabei, wie ich mich auf den Kurs schon gefreut habe.

Als ich dann zu Hause war so kurz vor neun Uhr abends hab ich mich dann wieder an den Schreibtisch gesetzt und die ganzen Belege von der nächsten Steuererklärung sortiert und dieses Mal auch eingescannt. Das ist mein Ziel, zukünftig alle Post, die wir bekommen (außer Werbung natürlich) einzuscannen und digital zu archivieren. Man muss einfach weniger suchen, wenn was ist und häufig müssen wir ja sowieso die Dinge scannen, weil wir es irgendwohin schicken müssen oder so.
Jedenfalls ist das mein Anspruch an mich selbst. Ich habe einfach keine Lust mehr jedes Jahr Belege zu suchen. Besonders fokussiert ist da mein Mann, der halt einfach etwas unorthodox arbeitet in dem Punkt. Daher überwache ich jetzt den Briefkasten sozusagen - sehe wie viele Briefe kommen und frag dann, ob die bearbeitet sind oder schon zur Ablage gehören. Klappt bislang ganz gut. Interessiert mich ja auch null, was in seiner Post steht, les das alles nicht, aber es geht halt tatsächlich um das lästige Suchen im Nachhinein, was mir ungemeinen Stress verursacht.
Steuererklärung ist wirklich nicht schwierig, weiß nicht, wozu man für ein normales Leben Steuerberater benötigt, denn letztlich ist es den Belegen geschuldet, wie gut oder schlecht man wegkommt. Eintragen geht ja dann zack zack.

Jedenfalls war ich dann bis heute Nacht um 00:00 Uhr beschäftigt gewesen, hab aber auch den ganzen Papierkram aufs Laufende gebracht. Bin meeeeega stolz, weil ich selbst so große Angst davor hatte, das mal irgendwann anzugehen. Da ich gestern sogar Lust dazu hatte, ging's mir ganz gut von der Hand und war alles nur noch halb so schlimm. Notwendig war es definitiv.

Heute bin ich entsprechend kaputt. Vermutlich schaff ich heute nicht so viel, aber ich hab mir ja selbst zum Ziel gesetzt, jetzt etwas bis zu meinem Geburtstag runter zu kommen. Dann ist das eben so. Mit meinem ausgemisteten Zeug passiert jetzt die Tage ja auch was, egal was! Daher lässt der innere Druck etwas nach. Am Wochenende werde ich mal wieder auf den Knien putzend einen weiteren Raum "klinisch rein" machen, weiß noch nicht genau wo, aber das ist mein Ziel, mein innerer Drang. Macht ja aber mittlerweile auch ziemlich Spaß, weil man sich am Ergebnis so sehr erfreut. Das tut mir gut.

Später haben wir noch Besuch von einem Handwerker, mal sehen, wie das wird. Danach geh ich einkaufen - oder vielleicht davor, mal sehen. Den Rest des Tages werd ich mich mal ausruhen, war genug Stress in den letzten Tagen. Vielleicht fang ich dann an die Blutschule zu lesen.

Das war's von mir - ich wünsche eine schöne Restwoche.
2.3.17 09:39


Dido -- Thank You


Es gab in den letzten Tagen und Wochen sehr viel, was mich traurig oder wütend gemacht haben. Daher bin ich umso dankbarer, dass diese Woche ziemlich problemlos vor sich hinplätschert.

Am Samstag hatten wir nachmittags Besuch meiner ehemaligen Schulfreundin mit ihrem Mann. Sie haben uns den über sie gekauften Laufstall frei Haus geliefert. Dafür gab's Kaffee und Schwätzchen. Sie, ihr Mann und ich wussten, was mein Mann noch nicht wusste, denn ich hatte als Überraschung Karten für eine Prunksitzung an diesem Abend. Daher hat sich dann meine Freundin auch ganz höflich zur vereinbarten Zeit verabschiedet.
Ich bot ihm dann überraschend zwei Kostüme an (konnte ja schließlich nichts anderes ohne ihn organisieren). Er entschied sich für den Vampiren, also schminkte ich ihn, mich, kochte nebenbei noch etwas und dann sind wir los. Ich tauchte dort als ehemalige Rolle auf, Edna Turnblad, die fette Mutter aus Hairspray. Meine Tanzkollegin hatte damals extra zwei Kleider genäht für genau zwei Tänze. Das war so weit, dass ich problemlos ab unterhalb meiner Brust meinen Bauch unterbringen konnte. Witzigerweise hatte ich auch noch passende, lila Strumpfhosen, die ich mir nun in der Schwangerschaft zugelegt hatte - daher war ich super eingehüllt. Mein Mann wartete mit schwarzer Hose und hellblauem Hemd auf, bekam noch einen Vampirumhang und da ich seine schwarzwen Haare grau meliert hatte mit der Farbe, sah er echt super aus.
Wir hatten Spaß, ich hab viel mit meinen Mädels quatschen können, er hat sich immer wieder in ne Polonaise verwickeln lassen. Aber da er ja am Tag zuvor bereits in der Disco war, hat er dann bald nach zwölf geschwächelt und wir sind nach Hause.

Montag hab ich mich dann meinen Dämonen gestellt und unsere Steuererklärung begonnen. Es war wirklich sehr schwierig, weil das zu bearbeitende Jahr ausgesprochen kompliziert war. Wir hatten zwar noch nie "ein normales Jahr", aber das hatte es in sich. Zwei Steuerberaterinnen haben mir (unabhängig voneinander) unterschiedliche Aussagen dazu gemacht. Letztlich war das Ergebnis von ihnen auch nur: probier halt mal!

Ich hab's auch wirklich am Montag fertig bekommen. War sehr guter Laune und hab dann noch im Anschluss mit meiner ehemaligen Kollegin geschrieben.

Sie hatte mir Freitag zuvor eine Sprachnachricht geschickt vom gesamten Büro, wo mir alle Grüße geschickt hatten und sagten, dass sie mich vermissten. Am Montag hatten wir dann reinen privaten Kontakt und das war einfach Balsam für meine Seele. Mit ihr geht's einfach mal um was ganz anderes in meinem Leben. Diese Abwechslung war soooo schön.

Unschön war etwas, dass ich nun etwas Gerenne wegen dem Mutterschaftsgeld habe. Da war der Informationsfluss nicht optimal zwischen mir-AG-Arzt-KK. War dann also gestern beim Vertretungsarzt und anschließend bei der KK. Jetzt ist alles geregelt, ich bin gespannt, wann ich das Geld bekomme... und wann ich die fehlende Differenz noch erhalte. Unnötig wie ein Kropf, mal ehrlich... aber gut. Hatte mir dann noch in der Stadt ein paar Sachen besorgt, aber damit war natürlich der Tag gelaufen.

Ja... und nun kontrolliere ich heute nochmal meine Belege zur Steuererklärung, bevor ich sie dann später einwerfen gehe. Bin echt froh, dass das vorbei ist. Das hat mich auch sehr bedrückt, muss ich sagen. Werde dann auch gleich das Folgejahr machen, da unsere komplizierte Situation angehalten hat - bevor ich also wieder vergesse, was ich da getan habe - und wenn das Baby da ist, werde ich wohl auch keinen Kopf dafür haben.

Hab mir heute auch zwei neue Ziele gesetzt:
alles, was ich bislang ausgemistet hatte, habe ich sozialen Einrichtungen hier angeboten. Das sind gute Gebrauchsgegenstände, die halt altes Design haben, teilweise einfach auch komplett unbenutzt. Hatte drei Anfragen bekommen - keiner meldet sich mehr. Ich fühle mich nicht dazu berufen denen das Zeug hinterherzutragen, v.a. weil sie wissen, dass ich hochschwanger bin. Wenn also bis Ende der Woche keine Information erfolgt, ob's nun noch jemand holt oder nicht, fliegt alles raus. Dann beginne ich am Freitag damit, die Gläser und das Geschirr zu vernichten und die Möbel vor die Tür zu stellen, damit der Sperrmüll die dann holen kann.

Das zweite Ziel ist, dass ich an meinem Geburtstag gerne noch schwanger wäre, danach darf das Baby dann aber gerne kommen. Daher werde ich ab dem Tag danach hier weiter großes Rambazamba veranstalten. Meine Hebamme sagte ja auch, dass Bewegung gut tut, um die Geburt anzuregen (sofern das Kind soweit auch Lust hat zu kommen).

Das ist der Plan. Und ich denke, er ist nicht unrealistisch.
1.3.17 12:01


Es kotzt mich so dermaßen an... alle wissen alles besser.

Gestern kam Sissy, um sich negativ zu meiner Wohnsituation zu äußern. Dann sah sie den Schrott durch, den ich IHRETWEGEN in meinem Wohnzimmer deponieren musste. Natürlich hat sie das meiste überhaupt nicht interessiert, aber dafür hab ich zwischen Schrott gelebt.
Egal. Jeder zweite Satz war aber: "Willst du das wirklich wegwerfen? ICH würde das ja aufbewahren!" - was sie aber nicht tut und von mir verlangt Wohnraum vollgestellt zu lassen. NEIN!

Das Ganze hat mich so aus der Ruhe gebracht, dass ich die Nacht nicht schlafen konnte. Ich bin also wieder aufgestanden und bin ins Kinderzimmer, hab weiter den Schrank ausgeräumt. Da fiel ich über ein paar Fotos (also viele Fotos, die ich ausgeräumt habe), wo ich mir dann mal einen Film angesehen habe von früher... jedenfalls hab ich einiges gemistet und ausgewischt bis halb drei in der Nacht. Dann bin ich wieder ins Bett und konnte endlich schlafen. Mein Mann weckte mich natürlich heute Morgen als er (ausgeschlafen) aufgestanden ist, ich war wie gerädert. Aber dennoch mistete ich weiter aus. Das Zimmer sah gestern noch echt gut aus, aber heute wie als hätte eine Bombe eingeschlagen, weil ich so viel rausgeräumt und rausgewischt habe und gleich den Müll getrennt und die Sachen für Sissy sortiert habe. Sieht immer noch wild aus, weil ich auch die schweren Glasflaschen nicht alleine raustragen kann.

Jedenfalls stand ich mitten im Dreck, als meine (Lieblings-)Tante kam. Sie brachte mir den Hochstuhl meiner Freundin und die Matratze für das Reisebett. Aber eigentlich kam sie nur, weil sie sich die Wohnsituation ansehen wollte. Dass sie über das derzeitige Tohuwabohu nicht freudestrahlend reagieren würde, war klar. Aber ich hab ihr natürlich auch erklärt, was mein "Haufen" so sind. Das im Wohnzimmer ist vom Sissy-Stapel zum "soziale-Einrichtung-angeboten"-Stapel mutiert. Entweder die nehmen das Zeug, oder es ist Sperrmüll. Der zweite Haufen war Müll, den mein Mann einfach nicht im Stande war wegzuräumen und der mir viel zu schwer war (außerdem, warum soll ich denn auch alles alleine machen?).
Dann natürlich jetzt noch das Kinderzimmer, an dem ich aber sowieso gearbeitet habe. Dann haben wir die ganzen "Hindernisse" in unseren vier Wänden auch schon beseitigt und man könnte sich das nächste Augen störende Schränkchen vornehmen - vor oder nach der Geburt.

Aber es kam immer nur:
Das muss alles raus. Das muss alles weg. Die ganzen Sachen an den Wänden, alles Staubfänger, alles weg. Alles in den Schränken: weg! Schmeiß das alles weg!
Also was ich an meinen Wänden wünsche, das soll doch bitte meine Sache sein. Hab ja auch schon das meiste abgehängt, was ich NICHT da hängen haben möchte, aber ja, ich stehe auf Engel und ja, ich möchte ein Schützendes Auge an der Wand hängen haben - warum auch nicht? Meine Tante, ich liebe sie wirklich, ist aber ganz anders als ich. Sie schmeißt willkürlich ihre Sachen weg. Sie ist für meinen Geschmack ZU SCHNELL in ihrem Leben. Morgens geht die Kaffeemaschine kaputt und zu Mittag hat sie schon ne neue bestellt, ohne mal zu schauen, was es denn für Möglichkeiten gibt, Preis-Leistungs-Verhältnis usw. Das ist ihr Ding, aber ehrlich gesagt ist das nunmal nicht meins. Dafür hat sie eben auch mal Scheiße an der Hacke... ne Versicherung, die zu teuer ist oder sowas...

Am liebsten würde sie selbst alles bei uns ausräumen und wegschmeißen. Das Schlimmste aber war, dass mein Mann völlig scheinheilig zugestimmt hat... da gab's ein paar Sachen, die er sagte, wo ich nur dachte: "WTF? SEIT JAHREN ERZÄHLE ICH DIR DAS UND NICHTS PASSIERT".
Außerdem, wer war denn derjenige, der mich nun über Jahre hinweg immer wieder bei Null anfangen ließ, weil ich erstmal hinter ihm herräumen musste, um überhaupt dann putzen zu können? Wie hätte ich denn bitte in den mir zur Verfügung stehenden 24h noch ausmisten sollen? Jede freie Zeit, nach der Arbeit und an freien Tagen, sollte ich dazu nutzen mit ihm wegzufahren, was zu unternehmen usw. Ich kann es gar nicht sagen, wie verarscht ich mich fühle.

La la la... egal. Es ist einfach unglaublich demotivierend, dass sich alle so negativ äußern. Ich muss nicht für ne verfickte Babyparty das perfekte Zuhause geschaffen haben ohne Deko, dass es auch ja meinen Gästen gefällt, ich mich aber kaputt machen muss.
Ich bin schwanger. Ich sollte diese Zeit genießen und mein Zuhause so machen, wie ich mich damit wohlfühle. Das ist, was ich aktuell mache.

Es kotzt mich auch an, dass alle besser wissen, wie ich gebären soll, dass alle mir vorschreiben, wen ich mitnehmen soll in den Kreißsaal. Ja, auch dass meinem Wunsch alleine zu gebären unter gewissen Umständen nicht entsprochen werden möchte. Während Sissy überhaupt nicht in den Sinn kommt NICHT mit in den Kreißsaal zu gehen, sobald mein Mann umkippt ist sie an meiner Seite, meint sie (und wird mich verrückt machen!), sagt meine Tante dazu: "Ich lass dich auch nicht alleine. Wenn niemand mitkommt, komm ich!"

NEIN, ICH WILL NICHT! ICH WILL, DASS IHR MICH UND MEINE WÜNSCHE RESPEKTIERT.

Letztlich geht es nur noch ums Baby. Das ist schon gar nicht mehr mein Kind, das ist schon jedermanns Kind, jeder weiß es besser, jeder muss mich maßregeln. Und langsam fängt das Gekotze meinerseits an.

Und mein Mann ist ein Fähnchen im Wind. Ja, alle wollen nur mein bestes, alle haben recht.
Keiner glaubt, dass ich vielleicht selbst weiß, was mein bestes sein wird.

Wenn das so weiter geht schmeiß ich alle aus meinem Leben, dann zieh ich mein Baby ganz alleine groß. Sollen sie mal sehen, was sie von ihren ganzen Erwartungen haben, dem ganzen Druck, dem man mich aussetzen muss so kurz vor der Geburt.

Ich lass mich nicht länger gängeln und verarschen. Sissy hat sich ja auch schon beschwert, dass postwendend heute noch ne zweite Lieferung für sie kam, die sie gewünscht hat. Alles nicht mein Problem. Alles nicht mein Problem!
Ich habe es satt zu hören: bald ist das Baby da, du musst dich beeilen und im nächsten Satz zu hören bekommen aber wo soll ich das denn verstauen?. Auch diese ganzen Hirngespinnste meine Tante (wohnt nicht hier) und die Mutter von ihrem Freund zu fragen... schön und gut, aber glaubt sie denn wirklich, dass ich noch ewig diesen Scheiß hier lagere??????
Soll sie mitnehmen und von mir aus aufheben, bis die sich alle wiedersehen, aber ich bin doch ganz bestimmt nicht der Depp für jeden.


Ich hab die Schnautze so voll. Soll einer mal mein Leben leben. Soll einer mal fühlen, was ich gefühlt habe. Dann wären sie alle mucksmäuschenstill!
19.2.17 21:06


Bastille -- Things we lost in the fire


Heute möchte ich über ein Thema schreiben, dass mir lichterloh auf dem Herzen brennt. Bislang habe ich darüber nichts verlauten lassen, aber da ich nur meinen Mann habe mit dem ich darüber reden kann und ich nicht ewig mit dem gleichen Thema anfangen will, v.a. weil er jetzt sehr viele andere wichtige Dinge erledigen muss, möchte ich nun doch hier meine Gedanken dazu platzieren.

Schwangerschaft ist ja bekanntlich eine Berg- und Talfahrt der Gefühle und Emotionen. Allein das würde doch reichen könnte man meinen. Aber bei mir ist es leider etwas extremer und ich litt die ein oder andere Stunde, den ein oder anderne Tag oder auch die ein oder andere Woche sehr darunter, dass die Hormone mich im Griff hatten. Sie hatten Unterstützung von meiner Hochsensibilität. Das ist keine Krankheit, aber es ist durchaus etwas, was nicht so funktioniert, wie es sollte: es fehlen mir Filter.

Über Jahrzehnte hinweg wusste ich nicht, was mit mir ist. Ich war immer irgendwie anders und ich habe eine Erklärung gesucht, seit ich in der Pubertät bin. Mit vielen psychischen Störung habe ich mich auseinander gesetzt, habe "geprüft", ob es das sein könnte. Selbst ein guter Bekannter versucht mir noch heute ins Gewissen zu reden, dass ich psychisch nicht ganz klar bin. Aber letztlich ergibt nun alles einen Sinn mit der Hochsensibilität.

Mein Mann hat das rausgefunden. Wann er mir das das erste Mal gesagt hat, daran erinnere ich mich gar nicht mehr, aber ich weiß, dass er oft, wenn er mich weinend im Arm hielt, zu mir sagte: "Ich weiß, dass du sehr sensibel bist, viel mehr als andere, darum...". Damals dachte ich noch, das ist so ein Beziehungsdings, um die Partnerin zu beruhigen. Ich wusste nichts davon, dass es HSP wirklich gibt und habe nun auch über vermutlich Jahre nicht verstanden, was er schon lange wusste.

Vor ein paar Monaten, da war ich schon schwanger, kam mir das erstmals in den Sinn, weil mir meine Freundin davon erzählte, dass sie ihre Tochter hatte testen lassen und sie endlich wüssten, was da eigentlich los ist - und sie selbst wurde gleich mitgetestet, ebenfalls positiv. Das habe ich auch schnell wieder vergessen, bis es mir irgendwann in den Kopf kam, als es einen Vorfall bei eben dieser Tochter gab. Plötzlich fragte ich mich an einem Morgen bei der Arbeit, ob das auf mich zutreffen könnte. Dann las ich einiges, häufig mit dem Gefühl des Ertapptseins. Manches passt auch gar nicht, aber in sich ist es wirklich sehr schlüssig.

Als ich meinem Mann davon erzählte, war das als hätte ich gerade gesagt, dass ich den Müll rausgestellt habe. Nach meiner Frage, ob er mich nun nicht für verrückt halte oder sowas, schaute er mich verwirrt an und meinte: "Das weiß ich doch, das habe ich dir doch schon oft gesagt.". Nochmals fing ich an, dass das also tatsächlich etwas in mir ist, wofür ich teilweise gar nichts kann, weil eben bestimmte Filter fehlen. Er empfahl mir darüber zu lesen, denn er hätte es bereits getan.
BUMM.
Das war irgendwie wie ein Erwachen. Plötzlich fielen mir Dinge ein, die er gesagt hatte, die genau das bezeugten, dass er sich schon vor langer Zeit darüber schlau gelesen hatte.
Ich war unglaublich beschämt, dass er besser über mich Bescheid wusste als ich selbst. Gleichzeitig war ich überrascht, dass er sich dafür so interessiert hatte, um so etwas zu recherchieren und darauf zu kommen, ist ja nun auch nicht in aller Munde.

Aber das unbeschreiblichste Gefühl war eigentlich, dass es plötzlich eine Erklärung gab für mein Sein. Es erklärte, warum es mich stört, wenn ich auf dem Sofa sitze und er beginnt etwas zu suchen oder dass ich in solchen Momenten es für fast unerträglich störend empfinde, wenn er dann die Türe zuknallt oder sowas. Obwohl das völlig normale Geräusche sind, nichts was jemanden stören würde.
Das ist nur ein klitzekleiner Teil dessen, was sich erklären lässt. Aber vor allem lässt es meine Stimmungsschwankungen erklären, weil bei zu viel Störfaktor meine beste Laune in den Keller fällt. Oder eben andersrum, warum alles furchtbar sein kann für mich und wenn ich dann Ruhe für mich habe, geht es mir relativ schnell wieder besser.
Beziehungsstreit, auch nur die kleinste Form, bringt mich in absolute Schieflage, weil ich mich entweder zu sehr damit identifiziere, was mein Mann sagt und ich mich für schuldig halte oder aber ich beharre auf mein Recht und will es dennoch rückgängig machen, was ich da gesagt oder durchgesetzt habe.

All das und so viel mehr wurde mir in den letzten Wochen erst richtig bewusst und machte mir auch einiges in der Schwangerschaft klarer.
Aber trotz meines Unwissens habe ich mir ja dennoch Werkzeuge geschaffen mit denen ich durch mein Leben kam, denn für mich ist alles, was ich fühle, vollkommen normal. Ich glaube, dass mir das viel durch die Schwangerschaft durch geholfen hat. In meinem Kurs bin ich die entspannteste Schwangere, aber dafür natürlich auch die Unwissendste. Während andere ganz viel über Schwangerschaft, Komplikationen, Geburtsmöglichkeiten und was weiß ich noch lesen und andere befragen, halte ich mich eigentlich ziemlich zurück. Dann und wann google ich mal eine Frage, die sich auftut (ab wann trinkt ein Baby Wasser? - Als ich im Laden vor Fläschchen gestanden bin), aber egal was war bislang, ich hab mich nie verrückt gemacht. Natürlich hatte ich Sorgen, wenn es mir (mental) nicht gut ging, dennoch bin ich dann nicht den Ärzten oder Google auf den Nerv gegangen, so viel hab ich mir dann doch an Körpergefühl zugetraut.

Auch der Perfektionismus (oder vielmehr die Starrhalsigkeit) der Hochsensiblen hat sich bei mir nicht bremsen lassen. Natürlich bin ich in den Urlaub geflogen, das Baby, das ich zur Welt bringe, muss stark genug dafür sein war immer meine Devise. Klingt auch in meinen Ohren hart, aber leider bin ich da wirklich so.
Das zeigt sich ja auch, denn das Baby ist stark. Es zeigt uns täglich, dass es da ist und Aufmerksamkeit möchte. Wir haben schon so viele Stunden mit Staunen und Lachen zugebracht, weil es einfach schon so präsent ist.

So... jetzt bin ich meine Gedanken endlich mal losgeworden, vielleicht hilft es.
Denn gestern war ein ganz furchtbarer Tag - ich war total außer Kontrolle, die kleinste Sache hat mich in die Luft gejagt. Meine Hochachtung an meinen Mann, dass er wirklich den ganzen Tag meine Kritik (also auf Deutsch: mein Gemecker) heroisch auf sich genommen hat und manchmal noch mit einem Lachen quittierte. Er hat es wirklich nicht eskalieren lassen, obwohl ich teilweise echt grundlos bösartig war.

Das ganze gipfelte Gestern vor meinem GVK, als ich in die Stadt fuhr. Hab mitbekommen, dass C&A 50% auf reduzierte Ware gibt - und die Schwangerenabteilung hat ja immer reduzierte Ware :D Das Drama begann mit der Parkplatzsuche in der Stadt. Als ich aufgab und ins Parkhaus fahren wollte konnte ich selbst das nicht ohne noch tausendmal im Viereck zu fahren, weil sie die Verkehrsführung geändert haben. Im letzten Anlauf fand ich also einen Parkplatz. Als ich dann aber im Laden ankam und in die untere Etage fuhr, traf mich fast der Schlag. Ich überlegte, ob ich da nun durchlaufe oder nicht, denn es war VOLL. Sowas hab ich noch nie gesehen, schon gar nicht zu so unkonventioneller Uhrzeit... Hab mir ne Kabine ergattert.. und den Rest dann einfach nur noch bei den Klamotten probiert. Das war wirklich hart. Da war ich dann überfordert und mein Mann bekam die volle Dröhnung am Telefon, als er anrief.

Aber ich hab mich dann auch ganz brav entschuldigt und wir hatten einen sehr schönen Ausklang beim Partnerabend im Kurs. War ziemlich lustig. Mich irritierte auch der Benny, der aussah wie ein ehemaliger Kollege von mir.

Naja, aber so endete dann ein katastrophaler Tag (;
16.2.17 15:15


Revolverheld -- Lass uns gehen


Hallo, hallo! (:
Neues Jahr, neues Glück!

Die letzten Monate waren wieder enorm arbeitsreich, emotional... alles, was das Leben hergibt hab ich vermutlich mitgenommen:

* Wunderschönes Glück
* Himmlische Freude
* Desaströses Drama
* Niederschlagende Traurigkeit
* Stress - positiver, wie negativer
* Überraschungen
* Zu wenig Zeit für das Privatleben
* Viel Zeitaufwand für den Beruf


Wir waren ja mittlerweile im Urlaub - mein Mann flog voraus und ich dann zwei Monate später nach. Die Zeit war ziemlich intensiv für mich, weil ich da begonnen habe meine Schwangerschaft wahrzunehmen, manchmal mehr als mir lieb war. Ich erinnere mich gut an durchwachte Nächte, weil ich vor Schmerzen nicht schlafen konnte... oder gerade eingeschlafen war und dann neue Schmerzen bekam.
Glücklicherweise hatte ich bislang eine sehr angenehme Schwangerschaft. Zwar litt ich unter Übelkeit und Schwindel im Besonderen, aber das hatte ich ja schon vorher. Solche Dinge wie Morgenübelkeit mit Erbrechen blieben mir erspart.
Meine Kollegen wussten auch lange nichts, da ich früher ziemlich propper war und in meiner Firma noch etwas mehr abgenommen hatte als sowieso schon. Sie dachten, ich hätte halt keinen Bock mehr auf gesunde Ernährung, schließlich aß ich ja nun auch anders.

Das war ein ganz schöner Schreck, da ich ja in Arbeitnehmerüberlassung war.
Aber alle haben mir gut zugeredet, dass das die schönste Zeit meines Lebens werden würde.

Vergangenen Donnerstag hatte ich meinen richtigen Abschied. Die Woche über hatte ich schon alle mit Kuchen versorgt - am Donnerstag haben sich alle (!) versammelt, um mir einen Blumenstrauß und einen Umschlag zu überbringen - mit ganz viel Geld, weil so unglaublich viele (abteilungs- und standortübergreifend) mitgemacht hatten.

Mein Abteilungsleiter sagte ein paar Worte, u.a. dass ich einen verdammt guten Job gemacht hätte und er sich freuen würde mich nach der Babypause wieder zu sehen - wie alle dort.
Später habe ich mich nochmal kurz unter vier Augen mit ihm unterhalten, um ihm zu danken, dass er mir damals die Chance gegeben hatte diesen Job als Herausforderung anzunehmen. Schließlich kam ich zwar mit Grundlagenwissen aus dem Studium, das lag aber schon ein paar Jahre hinter mir und ich war reine Personalerin. SAP - das waren drei große Buchstaben mit Fragezeichen. Aber ein Jahr und etliche Schulungen später war ich tatsächlich nun soweit, dass ich das Projekt selbstständig mitkoordiniert habe auf technischer Seite.

Meinen Arbeitsplatz habe ich mit fünf Möglichkeiten verlassen, die es nach einem Jahr Auszeit für mich geben könnte. Beruhigter kann man nicht in Elternzeit gehen.

Der Urlaub war super schön.
Wie immer startete es etwas turbulent. Normalerweise macht mir das nichts aus, aber ich hab die Schwangerschaft gemerkt. Mein Flieger ging mehr als eine Stunde später. Als ich ankam, war dann mein Abholer irgendwie am falschen Flughafen. Ich stand ewig nachts um Elf am Terminal... bis mich der Freund dann abgeholt hat. Er fuhr mich zu verschiedenen Busstationen, allerdings fuhr kein Bus mehr, da es ein Fest gab. Er kaufte mir dann ungefragt ein Busticket für nachts 02:45 Uhr - da saß ich dann irgendwann heulend im Cafe, komplett erschöpft von dem langen Tag. Ich machte dann allen Beteiligten, insbesondere meinem Mann, der dauernd mit uns telefonierte, klar, dass ich nun nicht mehr die fünfstündige Fahrt um kurz vor drei antreten, sondern schnurstracks ins nächste Hotel fahren würde. Meinem Mann passte das nicht so ganz, weil er mich in Sicherheit bei ihm wiegen wollte, aber er konnte auch nichts mehr tun, ich war einfach zu müde und musste mich ausruhen. Am nächsten Abend holte er mich ab, hatte selbst Stunden der Fahrt (mit einem Privattaxi) hinter sich, da sie zwischendurch eine Panne hatten, nur um mich sicher abzuholen.

Nach ein paar (schönen) Tagen mit der Familie ging's dann aber auch schon zurück ins Hotel (die gleiche Strecke also wieder zurück). Mein Mann buchte für uns einen Luxus-Bus, was sehr bequem war, wenngleich er auch genauso lange fuhr wie die günstigen Busse. Aber zumindest war der Bus klimatisiert.
Auf dem Weg wurde mein Mann dann vom "Zoll" kontrolliert... es war einfach pure Schikane.

Aber im Hotel angekommen war es überwältigend. Es war wunderschön. Mein Mann hatte das Hotel dieses Mal gewählt und zwar mit Bedacht: es war um eine Bucht herum gebaut, sodass der typische Wind nicht so ins Meer peitschen konnte, nur damit ich in aller Ruhe im Meer schwimmen gehen konnte ohne mir eine Blasenentzündung oder Erkältung zuzuziehen.
Auch auf allen anderen Ebenen entpuppte sich das Hotel als Glückstreffer. Die Zimmer waren super schön (auch wenn wir erstmal umziehen mussten), das Essen war lecker, die Shows waren toll und das Animationsprogramm machte uns beide glücklich: ihn, weil sie so viele Aktivitäten angeboten haben und mich, damit ich in Ruhe lesen oder mich in der Sonne braten konnte und mein Mann beschäftigt war.
Wir gingen auch täglich ins Gym - während mein Mann Krafttraining machte war ich v.a. mit Rad und Bodenübungen dabei meine Muskeln zu pflegen und meine Ausdauer weiter zu trainieren. Ne gute Stunde waren wir da meistens vor dem Mittagessen. Das war wirklich toll.

Ansonsten gab es nur noch einen Zwischenfall am Abend vor unserem letzten Abend... das war ein neuer Gast (ein Inländer), der nicht wusste, dass ich quasi zum unantastbaren Inlands-Inventar gehörte... er hatte mich dumm angemacht und angegrabscht. Er dachte, weil ich Europäerin bin, bin ich Freiwild - offen dafür mit jedem zu schlafen, so wie das im Fernsehen immer publiziert wird. Das Blut meines Mannes kochte, ich hab ihn wirklich noch nie so gesehen. Letztlich musste der Mann sicherlich einsehen, dass es blöd war sich an mich ranzuschmeißen, aber so detailliert will ich das gar nicht schildern.
Ich bin jedenfalls danach durch die Anlage und wurde von jedem angeschaut. Vermutlich fragten sich alle, warum er sich denn gerade mich ausgesucht hatte, mit meiner etwas propperen Erscheinung (aber noch nicht erkennbar als Schwangere) gab es zig Mädels mehr im Hotel, die unglaublich hübsch und v.a. als Single da waren.

Auch der Rückflug war alles andere als angenehm. Vor uns saß ein älteres Paar, das einfach rücksichtslos in der MINI-Maschine die Lehne nach hinten stellte. Ich hatte regelrechte platzangst, konnte gerade mal eine Handbreite zwischen meinem Gesicht und der Lehne Freiheit genießen.
Die hat mein Mann dann entsprechend geärgert, weil ich ihm so leid getan hatte und sie auch nachdem wir sie angesprochen hatten darauf bestanden "zu schlafen, denn wir haben schließlich für diesen Flug bezahlt". Aha, wir flogen ja auch ganz bestimmt ohne Ticket und Bezahlung...

Nach unserem Urlaub stand ja dann auch unser Auftritt an. Der schlug nochmal richtig ein. Mein Ex-Schwager moderierte das Ganze und ließ es sich nicht nehmen, nachdem er kurz vor Beginn der Show erfahren hatte, dass ich schwanger bin (und während der Show bekam er mit, dass noch eine andere schwanger war), das auch nach jeder Show zu präsentieren.

Die Zeit zwischen Oktober und heute war vollgestopft mit allem möglichen... auch zwischen den Jahren habe ich gearbeitet. Heiligabend war ok, wir waren bei Sissy... und das genialste war, dass sie mir ein Stillkissen schenkte. Seitdem kann ich endlich wieder einigermaßen entspannt schlafen.

In der ersten Januarwoche strichen wir (Anfänger!) das zukünftige Kinderzimmer und Wohnzimmer. Das war eine Herausforderung. Zudem besuchten wir die Baumärkte oft :D aber es hat geklappt. Mit der zweiten (teureren) Farbe haben wir auch im Wohnzimmer ein sehr überzeugendes Ergebnis hinbekommen.
Derzeit sieht es hier noch wilder aus als sonst, aber wir haben schon einiges entsorgt und machen das jetzt so schubweise, wie die Mülltonne leer wird. (:


Heute gab's nochmal eine Kontrolle und die Ärztin ist hoch zufrieden mit der Entwicklung unseres Karate-Kids. (:
Meine to Do Liste wird auch etwas kürzer, was die Behörden betrifft... Gott sei Dank! Für die Geburt ist jetzt alles an Schriftkram vorbereitet - und auch darüber hinaus einiges mehr.
Jetzt werde ich als nächstes meine Kliniktasche zu Ende packen, die ich heute mal angefangen hab zu füllen, muss aber erst noch ein paar Dinge durchwaschen. Dann bin ich zumindest persönlich und bürokratisch vorbereitet.
Der Wickeltisch steht seit gestern, genauso wie die eingeräumten Klamotten.
Am Samstag ist Babyshopping angesagt, meine Tanten und Sissy schleppen mich in einen Babyladen und dann Feuer frei... darf natürlich niemandem erzählen, dass ich darauf nicht allzu viel Lust habe, sondern das mache, um alle an meiner Schwangerschaft teilhaben zu lassen. Zwei von dreien haben nämlich selbst nie Kinder bekommen können und genießen das jetzt in vollen Zügen. Mein Mann hat mir klar gemacht, dass ich denen das nicht wegnehmen soll, nur weil ich gerade keinen Bock darauf habe.
Außerdem wird es darüber hinaus sicherlich sehr unterhaltsam, wenn wir nicht stur shoppen, sondern ein bisschen miteinander quatschen.

Alles in allem geht mein Leben jetzt einen Weg, den ich größtenteils alleine gehen muss mit meinem Mann. Ich bin gespannt.

Liebe Grüße,
La_suerte
24.1.17 19:28


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